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SRH Health Innovations Cluster (HIC)

Die gesellschaftliche Entwicklung der postmodernen Gesundheitssysteme in einer globalisierten Welt ist gekennzeichnet von ständigem strukturellem Wandel.

Gegenwärtig ergeben sich aus der deutschen Bevölkerungsentwicklung besondere Herausforderungen für den Gesundheitssektor. Immer mehr Menschen sind auf medizinische und therapeutische Versorgung angewiesen und immer mehr interventionelle Maßnahmen stehen zur Verfügung, wohingegen Personalressourcen nicht mehr in ausreichendem Maß vorhanden sind und die Versicherungsdeckung indizierter Interventionen kaum noch gewährleistet werden kann. Die Konsequenz sind notwendige, wenn auch politisch umstrittenen gesundheitsökonomischen Transformationen.

Gleichzeitig besteht ein Bedarf der Weiterentwicklung von Gesundheitsberufen, der unter dem Stichwort „Diversifikation von Gesundheitsberufen“ zusammengefasst wird. Dieser Entwicklung hat sich die SRH Hochschule Heidelberg gestellt, indem sie zusammen mit den Klinken und Fachschulen der SRH an der Akademisierung von Gesundheitsberufen arbeitet.

Um diese Entwicklung auch im Bereich der Forschung zu berücksichtigen, haben die Fakultät für Angewandte Psychologie, die Fakultät für Sozial- und Rechtswissenschaften und die Fakultät für Therapiewissenschaften sich zu dem SRH Health Innovations Cluster zusammengeschlossen, um Forschungskompetenz in diesem Bereich zu konzentrieren.

Der Forschungscluster dient als Dach für diverse anwendungsorientierte Projekte die eine Optimierung gesundheitsfördernder Maßnahmen zum Ziel haben.

An der Fakultät für Therapiewissenschaften werden zurzeit drei neue Forschungsprojekte, die diesem Grundgedanken folgen, etabliert:

Musiktherapie bei depressiven Jugendlichen

Im Rahmen der seit mehreren Jahren bestehenden Kooperation zwischen der Fakultät für Therapiewissenschaften der SRH Hochschule Heidelberg und der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Heidelberg wird gegenwärtig ein Forschungsprojekt zur Musiktherapie in der Behandlung depressiver Jugendlicher vorbereitet.

Damit soll ein Beitrag zur Versorgung dieser Patientengruppe geleistet und die Wirksamkeit einer musiktherapeutischen Intervention wissenschaftlich untersucht werden.

Für die Durchführung dieses Projekts sprechen die hohe Verbreitung und gesellschaftliche Relevanz dieser Erkrankung, die häufige und naheliegende Anwendung der Musiktherapie bei depressiven Kindern und Jugendlichen, sowie die weit verbreitete Forderung nach besserer empirischer Evidenz. Die dazu im Gegensatz stehende geringe Zahl und Güte wissenschaftlicher Studien macht die Forschungslücke umso deutlicher.

Im Oktober 2011 hat nun die einjährige Pilotphase begonnen, in der die Voraussetzungen für eine mit voraussichtlich 150 Probanden umfangreiche, qualitativ hochwertige Vergleichsstudie geschaffen werden. In dieser anschließenden Hauptstudie soll die Wirksamkeit einer musiktherapeutischen Intervention mit einer kognitiven Verhaltenstherapie sowie einer Wartegruppe verglichen werden. Für die Pilotphase müssen noch Fördermittel eingeworben werden.

 

Musiktherapie in der palliativen Versorgung

Die Fakultät für Therapiewissenschaften der SRH Hochschule Heidelberg plant in Kooperation mit dem Zentrum für Schmerztherapie und Palliativmedizin der Universität Heidelberg sowie der universitären Palliativstation am Krankenhaus St. Vincentius die Durchführung einer Studie, um die musiktherapeutische Versorgung palliativer Patienten im Rhein-Neckar-Gebiet zu analysieren und evtl. zu optimieren.

Im Rahmen des zu beobachtenden demographischen Wandels gewinnt der in den 1960er Jahren aufgekommene Hospizgedanke vom „würdevollen Sterben“ zunehmend an Bedeutung. Musiktherapeutische Angebote fanden bereits früh in der Entwicklung großen Anklang im Rahmen der ganzheitlichen Grundsätze von  Palliativstationen und Hospizen. Doch konnte bisher der bereits seit Jahren geforderten wissenschaftlichen Evaluierung musiktherapeutischer Interventionen kaum entsprochen werden.

Gründe für den Mangel an quantitativen Untersuchungen auf diesem Gebiet sind eine Reihe von ethischen, praktischen und methodischen Problemen und Besonderheiten, die die Arbeit mit Schwerstkranken und Sterbenden und ihre Erforschung erschweren. Ergebnisse bisheriger Literaturrecherchen und Vorarbeiten sind unter anderem die Systematisierung musiktherapeutischer Behandlungsansätze, eine Einschätzung der bestehenden musiktherapeutischen Versorgungsstruktur im Krankenhaus St. Vincentius, sowie die Identifikation und Diskussion von forschungsmethodischen Problembereichen in palliativen Settings.

Die bisherigen Erkenntnisse führen derzeit zu Überlegungen bezüglich der Planung einer Pilotstudie, in der unter anderem die infrage kommende Patientenpopulation, geeignete musiktherapeutische Interventionskonzepte, relevante Zielkriterien und Möglichkeiten zur ethisch vertretbaren Gestaltung einer Kontrollbedingung eruiert und erprobt werden sollen.

Musiktherapie in der neonatologischen Nachsorge

Durch den medizinischen Fortschritt in der Neonatologie und der Geburtshilfe steigt die Überlebensrate immer kleinerer zu früh geborener Kinder. Medizinische Probleme, aber auch Verhaltensstörungen können in Folge dessen auftreten, welche das neue Familiengefüge erheblich belasten. Die frühe Trennung erschwert zusätzlich die Entwicklung einer stabilen Bindung zwischen Mutter und Kind.

Im Bereich der Neugeborenen-Intensivstation konnten musiktherapeutische Konzepte bereits etabliert und evaluiert werden, jedoch reicht die Begleitung nur selten in die Nachsorgephase. Auch unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten fand der post-stationäre Bereich bisher nur wenig Beachtung.
Die Fakultät für Therapiewissenschaften der SRH Hochschule Heidelberg plant unter der Leitung von Dr. Dorothee von Moreau in Kooperation mit Prof. Dr. Johannes Pöschl der Klinik für Neonatologie des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Heidelberg die Durchführung einer Studie, welche geeignete musiktherapeutische Interventionsmöglichkeiten zum Aufbau einer sicheren Bindung zwischen Mutter und Kind entwickelt und sie auf ihre Wirksamkeit im Hinblick auf den Entwicklungsstand der ehemals zu früh geborenen Kinder untersucht.

Die bisherigen Vorarbeiten in Form von umfassender Literaturrecherche liefern einen Überblick über den aktuellen Stand bereits bestehender Versorgungskonzepte im post-stationären Setting und ihrer musiktherapeutischen Umsetzbarkeit, sowie die Darstellung und Diskussion forschungsmethodischer Problemfelder im Bereich der ambulanten Versorgung ehemals zu früh geborener Kinder.

Aufgrund bisheriger Erkenntnisse belaufen sich die derzeitigen Überlegungen bezüglich der Planung einer Pilotstudie unter anderem auf geeignete musiktherapeutische Interventionsmöglichkeiten, infrage kommende Beobachtungsinstrumente, relevante Zielkriterien sowie die ethische Vertretbarkeit wissenschaftlicher Untersuchungsmethoden.

Kontakt

Deutsches Institut für angewandte Therapieforschung DIAT e. V.
Maaßstr. 26
69123 Heidelberg

Tel. +49(0)6221-88-4151
Fax +49(0)6221-88-4152
Email: diat@fh-heidelberg.de